Felix Beilharz: Social Media Marketing im B2B

Social Media Marketing B2BBrauchen wir wirklich ein weiteres Buch zum Thema Social-Media-Marketing? Muss man wirklich noch einmal von Anfang an erklären, was YouTube ist, dass es Slideshare gibt, dass Monitoring undabdingbar ist und dass Facebook nicht nur für Consumermarken interessant sein, sondern beispielsweise auch dem Employer Branding im B2B-Bereich zutragen kann? Noch vor einem Jahr – und da war vieles von dem, was Felix Beilharz in seinem Buch schreibt, schon publiziert – hätte ich gesagt: Brauchen wir nicht, müssen wir nicht, haben wir schon.

Mittlerweile bin ich nachgerade desillusioniert bezüglich dessen, wie Unternehmen heute die längst gängigen Medien in ihren Kommunikationsmix einbinden. Das gilt auch und gerade für den B2B-Bereich, auf den ich mich ja spezialisiert habe. Ich sehe, dass die Schere tatsächlich immer noch weiter klafft zwischen den Firmen, die erkannt haben, dass Präsenzen im (Social) Web erforderlich sind, und denen, die sich dem Onlinebereich weitestgehend verweigern; beziehungsweise denjenigen, die behaupten, sie seien ‚online‘ aktiv. Die dies aber ohne jedes System und ohne strategische Ausrichtung betreiben.

Nun könnte man ja sagen: Okay, wenn es ohnehin kaum jemand richtig macht, dann ist das nicht weiter schlimm – weil der Wettbewerb eben nicht besser unterwegs ist. Doch ganz abgesehen davon, dass es eben doch etliche gibt, die dem Wettbewerb davonlaufen: Tatsächlich entfernen sich viele Unternehmer, Führungskräfte und Marketer immer weiter von der Lebens- und Arbeitsrealität ihrer Stakeholder. Sie verkennen, wie sehr Erkenntnisse und Mechanismen aus dem Social Web für die ‚klassische‘ Kommunikation bedeuten. Sie … aber, halt, ich lasse mich davontragen! Wollte ich nicht ein Buch rezensieren?

Also: „Social Media Marketing im B2B“ von Felix Beilharz, das vorweg, ist ein Buch, das ich unbedingt empfehle. Auch und vor allem jenen Entscheidern und Kommunikationsverantwortlichen im B2B-Bereich, die sich tatsächlich jetzt erst in die Thematik einarbeiten müssen. Sie erhalten hier kondensiert das Wichtigste ab Anbeginn der Schöpfung des Social Web zusammengefasst, damit sie anschließend auf die fachliche Ebene einsteigen können. Sie bekommen eine gut nachvollziehbare Vorgehensweise an die Hand, wie sie die Angebote des Social Web für ihr Unternehmen nutzen und in die integrierte Kommunikation einbinden können. Sie sehen anhand zahlreicher Praxisbeispiele, dass und wie es funktionieren kann. Unter den kleinen Tipps und Kniffen waren einige wirklich hilfreiche, die ich auch noch nicht kannte.

Was Felix Beilharz hier auf rund 400 Seiten zusammengetragen hat, ist keine Raketenwissenschaft, und ein Großteil davon ist bereits bekannt – aber eben, wie ich immer wieder feststelle, noch lange nicht jedem. Vieles davon muss man noch oft wiederholen, bis es in die Köpfe der Entscheidungsträger eingedrungen ist.

Das ganz große Plus dieses Buches sind die hervorragende Gliederung, die vielen praktischen Tipps, das umfangreiche Toolwissen, das der Autor mitbringt, und eben der unmittelbare Bezug zur Unternehmenspraxis. Die vielen Praxisbeispiele mit Screenshots sind eine Fleißarbeit, die für mich persönlich das Wertvollste an diesem Buch darstellt.

Vieles, was in diesem Buch steht, hätte ich so auch geschrieben … – Halt, Moment, einiges habe ich sogar geschrieben! Ich hatte schon fast vergessen, dass ich Felix vor einigen Monaten eine Reihe von Interviewfragen zum Thema Social Media und B2B beantwortet hatte. „Social Media als völlig eigenständiger Bereich ist eine Fehlentwicklung“ ist der Kasten mit meinem Beitrag betitelt (Seite 139). Ich wusste zwar, worum es in diesem Buchprojekt geht, aber ich freue mich, dass ich zu einem Werk beitragen durfte, mit dem ich so weitgehend übereinstimme.

Felix Beilharz: Social Media im B2B. O’Reilly Verlag. 408 Seiten, broschiert. 398 Seiten, 34,90 Euro. ISBN-13: 978-3955615581

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